Diabetes – Fahren lernen – Restaurantbesuche

„Wenn Du Diabetes hast, musst Du entweder Fahren lernen oder Du fährst ständig in irgendwelche Hindernisse rein“, sagte mir einmal ein Diabetiker. Wie recht er doch hat.

Bei seinen guten Vorsätzen zu bleiben, das ist besonders schwer, wenn man aus seinem normalen Tagestrott kommt – und noch einmal mehr, wenn es ums Essen geht. Restaurantbesuche, Familienfeiern – so etwas will im voraus geplant sein, sonst hat man wenig Chancen aus diesen Ereignissen ohne Reue herauszukommen.

Mit einem guten Plan, der nach und nach zur festen Gewohnheiten wird, können Sie sich selbst sehr effektiv schützen:

  1. Gehen Sie NIEMALS ausgehungert ins Restaurant oder auf eine Feier. Ein Stück Obst vorher füllt den Magen meist gut und verhindert, dass Sie vor lauter Heißhunger alles in sich hineinschlingen, was kommt.
  2. Lehnen Sie den Brotkorb vor dem Essen grundsätzlich ab. Wenn er nicht da steht, kommen Sie auch nicht in Versuchung. Wenn andere Gäste ihn haben wollen, sagen Sie gleich zu Anfang klar und deutlich, dass sie ihn zu sich herüberholen können, da Sie selbst kein Brot wollen. Ich habe seit 10 Jahre eine Zöliakie (Glutenunversträglichkeit) und muß deshalb völlig auf normales Brot verzichten. Ich erinnere mich, dass es mir am Anfang sehr schwer fiel auf das leckere Brot im Restaurant zu verzichten – die Folgen bei einer Zöliakie sind allerdings so drastisch, dass man nicht Gefahr läuft, doch zuzugreifen. Und so ist das inzwischen schon so zur Gewohnheit geworden, dass ich den Brotkorb für die anderen garnicht mehr registriere. Ich nehme die Oliven, wenn es welche gibt. Aber das zeigt, dass man sich nach und nach an diese Veränderungen  gewöhnt, wenn man sie nur regelmäßig einhält und bald fällt es kaum noch schwer. Das sollte man wissen und geduldig durchhalten. Es geht schneller als man denkt.
  3. Wenn das Restaurant nicht gerade eines der Feinschmeckerlokale mit den kleinen übersichtlichen Portionen ist, dann bitten Sie den Kellner, Ihnen die halbe Portion von allem zu bringen. Was Sie erst einmal auf demTeller haben, werden Sie wahrscheinlich auch essen. Bestellen Sie lieber statt dessen eine kleine leichte Suppe oder einen kleine Salat als Vorspeise, da sind Sie meist auf der gesünderen Seite als mit der doppelten Portion Fleisch und Kartoffeln.
  4. Sie können auch beim Hauptgang von vorne herein darum bitten, mehr Gemüse zu bekommen. Ich wundere mich immer in Restaurants über die grossen Fleisch- und Kartoffelportionen, garniert mit einer kleinen kaum aufzufindenden Portion  Gemüse. Offensichtlich essen normale Gäste kaum oder gar kein Gemüse. Ich frage immer gleich danach bitte mehr Gemüse zu bekommen und dafür weniger Fleisch. Gerade als Diabetiker sollten Sie IMMER die Hälfte Ihres Tellers mit Gemüse belegt sein. Das ist das Gesündeste auf Ihrem Teller für Sie und es macht zusätzlich satt, so dass Sie viel weniger Gefahr laufen zu viel Kohlenhydrate und Fleisch zu essen.
  5. Bestellen Sie Fisch, wein Sie ihn mögen. Ich finde, dass Fisch zu Hause schwerer zuzubereiten ist als Fleisch – schon wegen des Geruchs – und bestelle deshalb im Restaurant immer Fisch – da macht ihn jemand anderes für mich und besser als ich es selbst kann.
  6. Planen Sie einen Nachtisch ein. Wenn Sie ausgehen, oder eine Feier haben, können Sie sich nicht immer alles versagen. Haben Sie ein Auge auf einen leckeren Nachtisch geworfen? Dann verzichten Sie bei den vorherigen Gerichten auf die Kohlenhydrate. Essen Sie keine Kartoffeln, keinen Reis und kein Brot. Sparen Sie sich so Ihre Kohlenhydrate für einen Nachtisch ohne Reue auf. (Ich selbst bin zwar keine Diabetikerin, muss aber auf mein Gewicht achten – wer muss das nicht? Ich kenne ein Cafe, das hervorragenden Gluten-freien Kuchen serviert. Wenn ich von Zeit zu Zeit da bin, verzichte ich vorher auf mein Mittagessen und geniesse statt dessen den wunderbaren Kuchen. Das funktioniert perfekt. Ich bin zufrieden und habe kein schlechtes Gewissen.)
  7. Alkohol! Nicht nur für Diabetiker ein Thema. Ich selbst trinke gerne ein Glas Rotwein – auf Feiern können es auch mal mehr sein. Inzwischen muss ich darauf weitgehend verzichten. Um es mir bei Restaurantbesuchen und auf Feiern leichter zu machen, plane ich voraus. Möchte ich heute Abend Wein trinken? Wenn ja, dann bleibe ich grundsätzlich bei einem Glas. Das bestelle ich mir zum Ende des Abends um es nach dem Essen bewusst zu geniessen. Das klappt immer gut. Ich habe nicht das Gefühl verzichten zu müssen – im Gegenteil ich freue mich auf mein verdientes Glas am Schluss.

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